Wie ich mich von meiner Zuckersucht befreite – Ups and Downs

Heute wird mein BLOG Beitrag mal etwas ausführlicher und persönlicher. Obwohl ich Personal Trainerin bin, war ich jahrelang weit entfernt von einer gesunden Ernährung. Wie ich mich von meiner unbändigen Lust auf Süßes befreien konnte und wie dir das alles helfen kann, falls es dir genauso geht, liest du hier:

Zuckerverzicht

Wie alles anfing – Süßigkeiten als Kind

Wenn ich zurückdenke, gab es vor allem bei Oma und Opa immer viel Süßes für uns. Milka Schokolade, Haribo Fruchtgummi, Kekse, Fruchtzwerge – alles was das Kinderherz begehrt. Da meine jüngere Schwester Bettina und ich den ganzen Tag draußen waren und herumliefen, Fahrrad fuhren und mit Opa Fußball spielten, hatten wir nie Gewichtsprobleme. Vielleicht prägt die Kindheit doch den Geschmack. Ich vermute stark, dass meine Vorliebe für Süßes von da her stammt.

Wie ich mich step by step von meiner Zuckersucht befreite – ein jahrelanger Weg mit Ups and Downs

Da meine Vorliebe für Süßes dermaßen Überhand nahm, beschlossen Bettina und ich vor 12 Jahren während der Fastenzeit auf unsere heißgeliebte Schokolade zu verzichten. Wir sind nicht religiös, aber es war gerade der richtige Zeitpunkt rechtzeitig vor dem Sommer einen Schritt in Richtung Bikini Figur zu setzen. Und gemeinsam bleibt man ja bekanntlich motivierter und standhafter. Unsere erste Fastenzeit-Challenge würde ich jetzt im Nachhinein als mäßig erfolgreich bezeichnen: Statt Schokolade waren Gummibärchen unsere neuen Lieblinge. Und in der letzten Woche einigten wir uns gemeinsam darauf, dass Nutella nicht zu Schokolade zählt. 🙂

Die nächsten Jahre wurden wir von Jahr zu Jahr etwas strenger, da es ja auch keinen Sinn macht, nur die Art der Süßigkeiten auszutauschen. Der nächste Schritt im Folgejahr war daher logisch: Keine Süßigkeiten, 45 Tage lang. (Die 40 Tage Fastenzeit stimmen rein rechnerisch nicht, das weiß ich erst seit dieser Challenge. Wir haben nachgezählt.) Die Fastenzeit war erstaunlicherweise befreiend für uns. Wir waren überrascht wie gut wir uns währenddessen und danach fühlten.

Wenn es zu leicht wird, müssen die Regeln verschärft werden, daher suchten wir im Folgejahr nach einer neuen Herausforderung: the next step war dann komplett auf Zucker und Honig zu verzichten. Was für ein Vorhaben!. – Wir wussten beide zu Beginn nicht, auf was wir uns da eingelassen hatten und gingen ziemlich blauäugig an die Sache heran. Bis zum ersten Lebensmitteleinkauf. Der Einkauf im Supermarkt dauerte Ewigkeiten. Ich kam mir wie ein Zombie vor. Das Produkt der Begierde geschnappt, umgedreht und studiert, ob nicht doch irgendeine Art von Zucker drinnen ist. Und fast immer enthielt die Zutatenliste Zucker oder ein Code Wort davon. Von Heringssalat bis Müsli, fast überall war Zucker enthalten. Wenigstens schön zu erfahren, wie lange man verarscht wurde, dachte ich. Und stand nach einer Stunde mit einer Zeitschrift, drei Karotten, einem Joghurt und reich an Erfahrungen an der Kasse. Niemals hätte ich gedacht, dass ich meine gekauften Lebensmittel derart einschränken müsste. Doch wenn ich mir etwas vornehme, ziehe ich es auch durch, und somit wurde ich von Einkauf zu Einkauf schneller. Nach 2 Wochen wusste ich, was im Einkaufswagen landen darf und welche Produkte in den Regalen stehen blieben. Einziges gesundheitliches Manko: In dieser Zeit habe ich mich dann doch zu oft mit meinem damals so heiß geliebten Coke light gerettet. Trotzdem waren wir am Ostersonntag mehr als happy und stolz über unser Durchhaltevermögen.

Den ersten Bissen in meinen Schoko Osterhasen habe ich mir 45 Tage lang in allen Facetten wundervoll ausgemalt. Dann am Ostersonntag biss ich voller Genuss rein. Naja, es war leider kein Highlight – viel zu süß und klebrig. Ich merkte die Tage und Wochen danach, dass ich viel weniger Lust auf Süßes verspürte als vor der Fastenzeit. Ein erster Schritt in die richtige Richtung also.

Auch äußerlich Erfolge waren zu sehen: Etwas weniger Gewicht, weniger Fettanteil und viel bessere Haut an Po und Oberschenkel und das unbändige Gefühl des Stolzes – Das war’s eindeutig wert!

Erste Rückschläge

Schön wär’s wenn ich dir jetzt berichten könnte, dass mich Zucker und Süßes seitdem nicht mehr interessierten. Ich will ehrlich sein. Nach einiger Zeit gewöhnte ich mich, langsam aber doch, wieder an den süßen Geschmack. Durch Geburtstage, Eis essen im Sommer und dergleichen fiel ich wieder in alte Muster zurück. Außerdem erhöhte ich auch die Umfänge und Intensität meiner Laufeinheiten und belohnte mich danach nur allzu gern mit Mehlspeisen wie Mohnnudeln, Germknödel und mein all time favorite: Kaiserschmarren.

Die Challenge wurde auf 60 Tage ausgedehnt – Uff

Glück für mich, dass im Frühling wieder die nächste Fastenzeit kam und meine Schwester und ich wieder unsere Challenge antraten. Da sich voriges Jahr während dieser Wochen mein Coke light Konsum dramatisch erhöht hatte, galt von nun an: Kein Zucker, kein Honig, keine Süßstoffe und auch kein Alkohol. Zusätzlich schloss sich ein Laufkollege unserem Vorhaben an und schlug vor, die Challenge auszuweiten. Bis zum Vienna City Marathon. – 60 Tage!!! Damit traf er mich an der richtigen Stelle: Keine Ausreden und keine süßen Belohnungen nach meinen intensiven Trainingsläufen. Ganz schön hart. Und diese 60 zucker- und süßstofffreien Tage waren eindeutig das Fundament für alles was sich danach hinsichtlich meines Zuckerkonsums verbessert hat. Wir schafften es alle drei durchzuhalten. What a feeling! Und wieder: nach den 60 Tagen konnte mich meine Schwester nicht zum Eis essen überreden. Ich hatte keine Lust auf Süßes und zog einen Latte Macchiato vor.

Die Berichte, die Bettina und ich gleich nach der no sugar challenge 2013 verfasst haben möchte ich auch mit dir teilen:

60 Tage ohne Zucker, Süßstoff und Alkohol – ein Experiment! Was hat sich verändert?

Zu Beginn einmal die Hard Facts:

Ich habe 2,2 kg und 3 % Körperfett verloren. Bei Bettina waren es 2,5 kg und 2 % Körperfett. Doch damit nicht genug, nach ca. 10-14 Tagen merkten wir eine deutliche Verbesserung des Hautbildes. Vor allem die Schenkel und Po wurden (noch) straffer und die Bauchmuskeln kamen (noch) besser zur Geltung.

Wie fühlt man sich während des Zucker“entzuges“? Die beiden Erfahrungsberichte:

Bettina: Ab Tag 1 fühlte ich mich regelrecht erleichtert – endlich keine Kämpfe mit mir selbst, ob ich nun ein Stück nasche oder doch nicht, und am Ende nur das schlechte Gewissen bleibt weil ich wieder viel zu viel verdrückt habe. Was mir – neben den super Auswirkungen auf meinen Körper und die Struktur – gleich aufgefallen ist, sind die ausbleibenden Leistungstiefs im Job (typischerweise nachmittags), die man mit Zucker oder Koffein zu überbrücken versucht und im Endeffekt noch mehr Müdigkeit zur Folge haben. Meine Performance war den ganzen Tag über konstant, und nicht mal im langweiligsten Meeting wurde ich müde. Außerdem hatte ich überhaupt keine Lust auf Junk Food und habe mich auch zu den Hauptmahlzeiten sehr gesund ernährt. Ich werde viele der Zucker-Einschränkungen sicher beibehalten: die Schublade in der Arbeit bleibt mit Obst und Nüssen gefüllt, und das eine oder andere Eis im Sommer genieße ich umso mehr :)!

Verena: Seit Ewigkeiten bin ich die Naschkatze der Family, jeder weiß, dass ich mit Schoki, Eis und Kuchen zu ködern bin. Auch ich fühlte mich vom ersten Tag des Zuckerentzugs erleichtert und irgendwie befreit. Ich war mir sicher, dass ich Heißhunger auf Süßes haben würde, doch gottseidank blieb dieser komplett aus. Die ab und zu auftretende Lust auf Süßes konnte ich gut mit Obst, Trockenobst (am besten schmecken mir Bio Medjoul Datteln) und Nüssen stillen. Ich hatte ein oder zweimal Lust auf ein Coke Light, hab aber brav durchgehalten und zu einem Soda Zitrone oder einem Latte Macchiato gegriffen.

Mein Körper hat sich anscheinend an den Zuckerverzicht gewöhnt. Ich glaube, dass die negativen Auswirkungen von Zucker von Vielen noch immer unterschätzt werden. Meiner Meinung nach macht Zucker in gewisser Weise süchtig. Auch wenn ein Entzug hart klingt, es ist wirklich ein tolles Gefühl seine Geschmacksnerven umzuprogrammieren. Auf ein cremiges Eis im Sommer freu ich mich natürlich trotzdem und auch ein Germknödel  ist demnächst einmal fällig. =)

… und weiter ging’s – neue Experimente 🙂

Seit 2014 haben wir auch unsere Freundin Sabrina bei unserer no sugar challenge on board. Wir helfen uns gegenseitig mit Tipps und Rezepten, um die Lust auf Süßes zu stillen und trotzdem gesund zu essen.

2015 habe ich die Challenge für mich verschärft und zusätzlich auf Weißmehl verzichtet, was jedoch in Kombination mit einem Ultra Marathon Training wirklich sehr hart und mühsam war.

2016 traten Bettina, Sabrina und ich die Challenge erneut an. Ich verzichtete auf Zucker, Süßstoff, Alkohol und ernährte mich außerdem vegan. Wenn es dir um Körperfettreduktion geht, ist diese Kombi wirklich unschlagbar, wenn auch nicht ganz leicht umzusetzen. Eine Ausnahme machte ich bei einem Frühstücksbrunch mit Freundinnen, wo es dann etwas Butter und Käse sein durfte.

Wie ich es im Alltag umsetze

Da ich es immer schade fand, dass ich 45 Tage bzw. 60 Tage so konsequent durchhalte und dann aber doch immer mal wieder zu Süßem griff, grübelte ich nach, wie ich diese Konsequenz in den Alltag unterm Jahr integrieren könne, ohne mich komplett zu kasteien. Hier habe ich die Vorgehensweise meiner Personal Trainings Kundin Astrid übernommen. Sie isst nur an Wochenenden und an Feiertagen Süßes. Auch für mich passt das hervorragend. Mein Körper wird nicht zu sehr auf “süß” programmiert und mein Geschmack gewöhnt sich nicht wieder daran, da es nicht jeden Tag etwas zuckriges gibt. Oft verzichte ich auch an den Wochenenden darauf, wenn ich gerade keine Lust auf Süßes habe.

Erst hatte ich Angst, dass ich an den Wochenenden versucht bin, zu viel Zucker zu konsumieren. Ist ja oft so, dass man maßloser is(s)t, wenn man weiß, dass man fünf Tage wieder darauf verzichten wird. Doch das ist glücklicherweise ganz und gar nicht der Fall. Außerdem habe ich Rezepte gesammelt und kreiert, die süß schmecken und trotzdem gesund sindEinige davon findest du am Ende des BLOG Artikels.

Ein wichtiges Detail am Rande: Das Hautbild vor allem an Po und Oberschenkel hat sich enorm verbessert. Mit 16 Jahren sah mein Körper weniger straff aus als heute mit über 30. Und obwohl ich schon damals Sport gemacht habe, hat sich seit der Verringerung meines Zuckerkonsums noch viel mehr getan.

Wie du dich step by step von deiner Zuckersucht befreist

Ich habe immer wieder Kunden, die viel zu viel naschen und dies gerne ändern möchten. Da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass hier ein konsequenter Verzicht am erfolgversprechendsten ist, rate ich meinen Kunden und dir dazu. Zugegeben, die ersten 3-5 Tage sind hart und erfordern einiges an Willensstärke und guten Alternativen. Aber das Verlangen nach Süßem verschwindet viel schneller als du denkst. Es ist wirklich wundervoll befreiend, wenn man sich von dieser Last losreißt und dann nach den zuckerfreien Tagen Süßes ab und zu in Maßen wirklich genießen kann. Denn wer will schon auf den Geburtstagskuchen oder auf ein herrliches Eis an einem Sommertag verzichten?

Ich habe die Challenge Jahr für Jahr ausgeweitet und ergänzt. Der wirkliche Durchbruch ist mir nach 60 Tagen Zuckerverzicht gelungen. Welcher Weg für dich der passende ist, musst du entscheiden. Mein eindeutiger Ratschlag ist jedoch: 60 Tage knallhart durchziehen, deine Geschmacksnerven umprogrammieren und dann auf Süßes am Wochenende umzusteigen. (Wenn du flexibler sein willst, dann nimm einfach 2 beliebige Tage, an denen du Süßes isst).

Es geht dabei nicht darum, dein ganzes Leben lang nichts mehr zu naschen, sondern nicht mehr eine unbändige Gier nach Süßem zu verspüren, dich zu befreien und dich wohlzufühlen. Damit du dein Eis ohne schlechtes Gewissen genießen kannst und du nicht im Anschluss noch eine halbe Tafel Schokolade brauchst.

Auch dieses Jahr starten wir wieder die no sugar challenge während der Fastenzeit! Ich freu mich, wenn auch du dabei bist.

Die Steps:

Such dir einen step aus, der für dich und die Fastenzeit in diesem Jahr passt. Wichtig ist, dass du die Vereinbarung mit dir einhältst.

  • Step 1 – keine Softdrinks
  • Step 2 – keine Softdrinks, keine Süßigkeiten
  • Step 3 – keine Softdrinks, kein Zucker (plane ab Step 3 für deinen ersten Einkauf mehr Zeit ein, da du einiges an Zutatenlisten lesen wirst, um sicherzugehen, dass in deinen Lebensmitteln kein Zucker enthalten ist)
  • Step 4 – keine Softdrinks, kein Zucker und kein Alkohol

Interessant ist, dich selbst bei der Wahl des für dich geeigneten Schrittes zu beobachten. Bist du ängstlich und gehst den “sicheren” Weg oder wählst du einen für dich mutigen Schritt? Auch wenn es nur ein kleines Beispiel ist. – Meist zeigt es auf, wie wir in unserem Leben Entscheidungen treffen.

Your step, your choice!

Code Wörter für Zucker, mit denen wir von der Lebensmittelindustrie an der Nase herumgeführt werden:

  • Wortendung: -sirup (zB Glukosesirup)
  • Silbe: -ose (zB Fruktose, Glukose, Maltose, Saccharose)
  • Wörter mit “dex” (zB Dextrose, Maltodextrin)

Für einen guten Start findest du anbei einige Rezepte, die mir geholfen haben, die Zeit gut durchzustehen, falls die Lust auf Süßes mal groß ist.

Los geht’s – ohne Zucker, dafür mit umso mehr Energie durch die Fastenzeit!

Wenn du dieses Jahr auch bei der no sugar challenge dabei sein willst, kannst du dich hier anmelden: no sugar challenge.

Gemeinsam rocken wir die Fastenzeit!

Viel Erfolg!

Deine Verena

Süße Rezepte ohne Zucker

4 Antworten auf “Wie ich mich von meiner Zuckersucht befreite – Ups and Downs”

  1. Interessante Geschichte. Aber Zucker ist Zucker – so rein chemisch betrachtet, oder? Für mich ist ein Rezept nicht zuckerfrei, nur weil man keinen Zucker reingetan hat, wenn stattdessen Agavendicksaft oder sowas dran ist. Auch Obst enthält Zucker.
    Richtig ist in jedem Fall, das uns in fertigen Lebensmitteln unnötig viel davon untergejubelt wird und hier Aufmerksamkeit und bewusstere Ernährung angebracht sind.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, du hast absolut Recht – Obst enthält Fruchtzucker. Ich bevorzuge Obst dennoch zum Süßen, da es gleichzeitig Vitamine und Mineralien liefert. Die Menge ist hierbei auf alle Fälle entscheidend. Eine Tafel Schokolade wird schneller verdrückt als zu viel Obst. Zumindest war’s bei mir immer so 😉

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  2. Süßes ist nicht per se schlecht. Doch unsere wahwitzigen Mengen outen uns – trotz all Deiner Erklärungsversuche – als notorisch ‚untergeliebt‘. Und unser WAS ist grottenfalsch. Es gibt auch gute Süßen. Doch unsere Rübenzucker sind einfach letztklassig.
    Das heißt Qualität genießen, alstatt Mist einschaufeln 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, emotionales Essen ist auf alle Fälle ein riesen Thema und verdient einen eigenen Beitrag. Bin auch der Meinung, dass beim Genießen von Süßem die Qualität und natürlich auch die Menge entscheidend sind. Ab und zu etwas Tolles gönnen und dann auch aufhören können 🙂

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